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Rückschau 4. und letzter Sägerstamm 2019

Pink Wolfgang 25.10.2019

Rückblick letzter Sägerstamm 2019 vom 23. Oktober in Aarburg

Referat zum Thema: Zukunft der Wald- und Holzwirtschaft im Zeichen des Klimawandels.

Das Referat von Prof. Dr. Bernhard Pauli von der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften hat dann doch recht viele Kollegen zum Sägerstamm nach Aarburg gelockt. Dass wir die Veranstaltung quasi auch für andere Interessierte "geöffnet" haben, hatte sich in der anschliessenden Diskussion als sehr positiv dargestellt. Wir konnten als zusätzliche Gäste noch Kollegen aus dem Lieferantenfeld Forst gewinnen und es waren mit Felix Stauber, Oliver Frey und Marcel Hablützel ihrerseits ausgewiesene Forstfachleute an Bord.

Prof. Pauli berichtete zum Einen über den heutigen Zustand des Waldes und zeigte zum Anderen eine Ausblick auf die nahe Zukunft. Der Klimawandel ist eine echte Herausforderung an Alle in der Wertschöpfungskette beteiligten Organisationen und Unternehmen. Er bemerkte unter anderem, dass der Waldumbau durchaus gelingen kann. Es ist aber noch nicht ganz abzusehen, in wie weit vorhandene Nutzhölzer noch eine Zukunftsrolle spielen werden. Es ist in Europa ersichtlich, dass derzeit im Wachstum stehende Fichten und auch Buchen, sowie andere Holzarten, den Klimastress bzw. Trockenperionden durchaus gut vertragen können. Es ist aber abzuwägen, welche Zuwächse, Umtriebszeiten und Nutzungsmodelle sich daraus ergeben bzw. zu erwarten sind. Sicher ist es richtig, in Zukunft auf Mischanpflanzungen zu setzen. Die Zeiträume in denen nach bekannter Lehre früher bis zur Hiebreife gedacht wurde, sind aber sicher zu hinterfragen und werden sich kürzer gestalten. Holz ist in Hülle und Fülle auch da, kann aber Aufgrund des vermehrten Anfalls von Schadholzmengen nicht immer von den Verarbeitern oder dem Markt aufgenommen werden. Das führt bisweilen zu Preisverfall an den Rohstoff- und Fertigwarenmärkten. Ein besonderes Augenmerk ist in Zukunft auf die Wertschöpfungskette zu legen, bei der auch in Sägewerksbetrieben möglichst auf Weiterverarbeitung gesetzt und investiert werden muss. Hier wären die Märkte auch im Schweizer Inland noch lange nicht befriedigt. Schliesslich stellte sich auch die Frage, was dieser Waldumbau kosten wird, wer ihn zu bezahlen hat und was der Kunde/Steuerzahler tatsächlich dafür aufwenden will. In der anschliessenden Fragerunde und Diskussion wurde recht kontrovers und sachbezogen debattiert.

Bei Ende des Referats hielt unser Präsident noch fest, dass es bei der heutigen Medienhype in Fragen des Klimawandels sehr schwer geworden ist, sachliche Argumente auszuführen und deshalb bisweilen ein Zerrbild entsteht. Ein Schlüssel liege unter anderem sicher darin, regional gewonnene Rohstoffe, auch regional zu verarbeiten und zu verbrauchen. Bisher hat die Schweiz darin sehr gute Erfahrungen und sich trotz ungünstiger Wechselkursentwicklungen gegenüber dem Euro behaupten können. Wollen wir alle mal hoffen, dass das auch so bleibt.

Gruss euer Präsident Wolfgang Pink